Blutwerte bei Hund & Katze richtig verstehen
Was bedeuten Kreatinin, Harnstoff, Leberwerte und Co.? Ein verständlicher Guide für Tierbesitzer.
Warum Blutwerte wichtig sind
Regelmäßige Blutuntersuchungen sind einer der besten Wege, die Gesundheit deines Tieres im Blick zu behalten. Viele Erkrankungen — insbesondere Nieren- und Leberprobleme — zeigen sich erst in den Blutwerten, bevor äußere Symptome sichtbar werden. Je früher du Veränderungen erkennst, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Doch was bedeuten die ganzen Abkürzungen auf dem Laborbericht eigentlich? Hier ein Überblick über die wichtigsten Werte.
Nierenwerte
Die Nieren filtern Abfallstoffe aus dem Blut. Erhöhte Nierenwerte deuten darauf hin, dass die Nieren nicht mehr optimal arbeiten.
- Kreatinin: Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels. Erhöhte Werte zeigen eine eingeschränkte Nierenfunktion — allerdings erst, wenn bereits ca. 75 % der Nierenfunktion verloren sind.
- Harnstoff (BUN): Entsteht beim Eiweißabbau. Kann auch durch proteinreiche Fütterung erhöht sein, daher immer zusammen mit Kreatinin bewerten.
- SDMA: Ein neuerer, sensitiverer Marker. SDMA steigt bereits, wenn nur 25–40 % der Nierenfunktion eingeschränkt sind — deutlich früher als Kreatinin.
- Phosphat: Steigt bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz und beeinflusst den Knochenstoffwechsel.
Tipp: Achte besonders auf den SDMA-Wert. Er ist der beste Frühindikator für Nierenprobleme.
Leberwerte
Die Leber ist das zentrale Entgiftungsorgan. Erhöhte Leberwerte können auf Entzündungen, Vergiftungen oder chronische Erkrankungen hinweisen.
- ALT (GPT): Leberenzym, das bei Zellschädigung freigesetzt wird. Der wichtigste Leberwert beim Hund und bei der Katze.
- AP (Alkalische Phosphatase): Kann bei Lebererkrankungen, aber auch bei Knochenerkrankungen oder durch Medikamente (z.B. Cortison) erhöht sein.
- GLDH: Sehr leberspezifisch. Erhöhte Werte deuten fast immer auf eine Leberschädigung hin.
- Bilirubin: Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs. Erhöhte Werte können auf Leberprobleme oder verstärkten Abbau roter Blutkörperchen hinweisen (Ikterus/Gelbsucht).
Blutbild
Das Blutbild gibt Auskunft über die Zusammensetzung des Blutes:
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Erhöht bei Infektionen und Entzündungen, erniedrigt bei Immunschwäche.
- Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Zu wenige deuten auf Anämie (Blutarmut) hin.
- Hämatokrit: Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblut. Wichtig zur Beurteilung einer Anämie.
- Thrombozyten (Blutplättchen): Wichtig für die Blutgerinnung. Niedrige Werte können bei bestimmten Infektionskrankheiten auftreten.
Entzündungswerte
- CRP (C-reaktives Protein): Der wichtigste Entzündungsmarker beim Hund. Steigt schnell bei akuten Entzündungen und Infektionen. Bei der Katze weniger aussagekräftig.
- SAA (Serum Amyloid A): Der bevorzugte Entzündungsmarker bei Katzen.
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